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Herkunftsland: Afghanistan
(erarbeitet von Janosch Baumann und Jan Laschus)
Beginn des Bürgerkrieges
Der
Beginn ist nicht auf ein Datum festzulegen, da ein Krieg in den
anderen übergeht, und dies ist nun schon seit Jahrzehnten so. Der
aktuelle Konflikt begann jedoch zunächst nach dem Abzug der sowjetischen
Truppen im Jahr 1989.
Ursachen
Afghanistan ist schon seit einiger Zeit Spielball
regionaler und internationaler Interessen, die in einer krisengeschüttelten
Region ausgetragen werden. Seit der Kolonialzeit werden hier Stellvertreterkriege
geführt mit offener und verdeckter Einmischung der unterschiedlichsten
Parteien. Sowohl Länder wie Pakistan, Iran, Tadschikistan und andere
umliegende Nationen, also auch internationale Großmächte wie die
USA und Russland bzw. die ehemalige Sowjetunion haben hier durch
wechselnde Unterstützung verschiedener Gruppierungen ein Durcheinander
ohnegleichen geschaffen. Die wechselnde Vertretung wirtschaftlicher
und politischer Interessen sind heute meistens verdeckt, was dazu
führt, dass es danach aussieht als ob jede Gruppierung nur ihre
eigenen Interessen vertritt. Beim genaueren Hinsehen werden aber
z. B. die Taliban von Koranschulen in Pakistan zu heiligen
Kriegern ausgebildet.
Konfliktparteien
Drei größere bewaffnete politische Gruppen
kämpfen gegeneinander um die Kontrolle über die Territorien.
Die Shura-e Nezar unter Führung von
Ahmad Sha Masood, die mit der Regierung von Präsident Rabbani und
der Jamiat-e Islami alliiert sind, kontrollieren die zentralafghanischen
Gebiete, die Provinzen im Nordosten und die Hauptstadt Kabul.
Die Shura-e Hamahangi, die die Truppen
von General Abdul Rashid Dostum, die Heb-e Islami unter Führung
von Gulbuddin Hekmatyar und die schiitische Hezb-e Wahdat umfaßt,
kontrollieren die Provinzen im Norden.
Die Taliban-Milizen, die sich hauptsächlich
aus islamistischen Studenten zusammensetzen, halten die Provinzen
im Süden und Südwesten in ihrer Gewalt.
Ziele der Konfliktparteien
Die Ziele der einzelnen Gruppierungen sind zunächst die Herrschaft über
das gesamte Land und der Sieg über die Gegner. Die ideologischen
Vorstellungen über das spätere Machtgefüge reichen vom säkularen
General Dostum bis zu den theokratischen Taliban-Milizen, die beispielsweise
den Frauen und Mädchen weder erlauben zur Schule zu gehen noch
berufstätig zu sein.
Verlauf des Konfliktes
Seit dem Abzug der Sowjets 1989 haben die einzelnen Parteien um
die Herrschaft gekämpft, es gab zwar einen offiziellen Präsidenten, Burhanuddin
Rabbani, der hatte aber noch nie richtig die Kontrolle über
das gesamte Land, und ihm ist die Macht immer mehr aus den Händen
geglitten.
Die große Wende kam jedoch im Herbst 1994, als wie aus dem Nichts
die schwerbewaffneten Taliban auftauchten, die wohl mit Geldern
aus dem Ausland in Pakistan in Koranschulen zu Soldaten ausgebildet
wurden und innerhalb kurzer Zeit den Süden und Südwesten und somit
fast die Hälfte des afghanischen Territoriums eroberten. Nach mehreren
Anläufen konnten sie im September auch das schiitische Herat im
Westen des Landes einnehmen. Im Oktober schien dann die Eroberung
Kabuls kurz bevorzustehen, doch die Truppen des Präsidenten Rabbani
schafften es, die Taliban zurückzuschlagen. Einige Zeit später,
am 27. September 1996, war es jedoch nicht mehr möglich, die Taliban
aufzuhalten, und sie eroberten nach zweijährigen Kampf die Stadt
Kabul und setzten sich als neue Regierung ein. Sie beherrschten
nunmehr zwei Drittel des Landes. Die ehemalige Regierung und General
Dostum haben sich zusammengeschlossen und versuchen nunmehr gemeinsam
die Hauptstadt zurückzuerobern.
Seit dem 26. Mai 1997 haben die radikalislamische Taliban
nach dreijährigen Kampf ihre Herrschaft auf ganz Afghanistan ausgedehnt.
Zusammen mit verbündeten Truppen eroberten sie das Militärhauptquartier
des Kriegsherrn Raschid Dostum und die Stadt Masar-i-Scharif. Damit
wird das Land zum ersten Mal seit dem Einmarsch der sowjetischen
Truppen wieder von einer Zentralregierung regiert.
Im Juli 1998 eroberten die Taliban die Provinz Farjab und setzten
ihren Marsch auf das Hauptquartier von General Raschid Dostum fort.
Mitte August 1998 übernahmen die von Pakistan unterstützten Talibankämpfer
die Kontrolle in den Städten Mazar-i-Sharif und Taloqan, den letzten
strategisch wichtigen Hochburgen der Nordallianz. Somit beherscht
die Taliban nun 26 der 30 Provinzen Afghanistans.
Ende September 1998 haben Taliban-Kämpfer im Norden Afghanistans
8 iranische Diplomaten und einen Jurnalisten ermordet und eine
Hochburg der vom Iran unterstützten schiitischen Militz Hisb-i-Wahdat
erobert.Im gegenzug will Iran seine Soldaten an der Grenze um 270.000
aufstocken.
Am 3. Mai 1999 griff die Nordallianz die Hauptstadt Kabul mit
Raketen an und brach damit den seit 3 Monaten geltenden Waffenstillstand.
Der Angriff löste heftige Kämpfe zwischen den Taliban und der Opposition
im Norden aus.
Folgen des Konfliktes
Die Folgen des Konflikts sind über eine Million Tote und damit
ist dies einer der blutigsten Bürgerkriege der Welt
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