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Herkunftsland: Sierra Leone
(erarbeitet von Sebastian Möller und Mikis Gutsche)
Sierra
Leone liegt in Westafrika und gehört zu den ärmsten Ländern der Welt.
Es ist fast 72.000 qkm groß und hat rund fünf Millionen Einwohner. Seit
1991 herrscht dort ein blutiger Bürgerkrieg.
Sierra Leone war früher eine britische Kronkolonie,
ist jedoch seit 1961 unabhängig. Seither verstärkten sich die
Konflikte zwischen den seit 1787 von den Briten vor allem in
der heutigen Hauptstadt Freetown angesiedelten befreiten Sklaven
aus Amerika und der eingeborenen Urbevölkerung.
Mit seiner Einmischung in den Bürgerkrieg im Nachbarland
Liberia verstärkte Sierra Leone Anfang der 90er Jahre die Konflikte
im eigenen Land. Einer hauptsächlich von Nigerianern gestellten
westafrikanischen Friedenstruppe (ECOMOG) gelang es nicht, die
mit äußerster Grausamkeit gegen die Zivilbevölkerung wütende
Guerilla-Organisation Revolutionäre Vereinigte Front (RUF) zu
besiegen.
Die Regierung und die RUF machten des öfteren Ansätze
sich zu versöhnen. 1996 und 1999 wurden Friedensabkommen geschlossen,
die jedoch nicht von langer Dauer waren.
Auch der Versuch des gewählten Staatschefs Ahmad
Tejan Kabbah, das Land gemeinsam mit dem Rebellenführer Foday
Sankoh zu regieren, brachte keinen Frieden.
Ursache für den seit neun Jahren andauernden Bürgerkrieg
sind persönliche Machtgelüste der Rebellenführer und die Kontrolle über
die einträglichen Diamantenminen des Landes. Die Bevölkerung
beklagt Zehntausende von Toten und grausam Verstümmelten. Eine
halbe Million Menschen ist in die Nachbarstaaten Guinea und Liberia
geflohen; eine Million ist im Lande selbst auf der Flucht.
Durch die wachsenden Unruhen in Sierra Leone verstärken
die vereinten Nationen ihre Truppen auf 11.000 Mann. Zunächst
sollen 2400 Soldaten aus Bangladesch in das westafrikanische
Land gebracht werden.
UN-Generalsekretär Kofi Annan forderte die Supermächte
dazu auf, sich ihrer Verantwortung in Sierra Leone nicht zu entziehen
und die Friedensmission zu unterstützen. Nach UN-Angaben boten
die USA inzwischen an, ein Bataillon Blauhelm-Soldaten von Bangladesh
in die Krisenregion zu fliegen. Aus Moskau sei die Zusage gekommen,
106 Soldaten zu schicken.
Militärs und Rebellen lieferten sich heftige Gefechte
um die Stadt Masiaka. Ein Militärsprecher sagte, die Soldaten
von Präsident Ahmad Tejan Kabbah hätten zwei Siege in dem strategisch
wichtigen Ort rund 55 Kilometer nördlich der Hauptstadt Freetown
errungen.
Westafrikanische Staatschefs drohen mit Intervention
Mehrere westafrikanische Staatschefs haben dem
Rebellenführer Foday Sankoh in Sierra Leone mit einer Militäraktion
gedroht, sollten seine Anhänger die Waffen nicht niederlegen.
Auf einem Sondergipfel in der nigerianischen Hauptstadt Abuja
beschlossen die Staatschefs, ein Kontingent der Eingreiftruppe
ECOMOG in das Konfliktland zu entsenden, fordern jedoch logistische
und finanzielle Unterstützung der Vereinten Nationen.
In einer Abschlusserklärung verurteilten die Staatschefs
die Entführung von rund 500 Blauhelm-soldaten durch die Rebellen
der Revolutionären Vereinigten Front (RUF). Sie drohten damit,
dass die den Rebellen zugesagte Generalamnestie aufgehoben werde.
Der Präsident Liberias, Charles Taylor, der ein
enger Verbündeter Sankohs ist, verpflichtete sich, sich für die
Freilassung der rund 500 UN-Blauhelmsoldaten einzusetzen, die
die RUF- Rebellen als Geiseln halten.
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