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Widerstand: Johann Georg Elser

(von Katja Franke)

Georg Elser wurde am 4. Januar 1903 in Hermarigen geboren und am 9. April 1945, also kurz vor Kriegsende, im KZ Dachau ermordet. Er besuchte 8 Jahre die  Volksschule in Königsbronn, dann verließ er die Schule und machte im Herbst 1917 eine Lehre als Dreher, wo er lernte mit Metallen umzugehen. 

Aus gesundheitlichen Gründen musste Elser seine Lehre nach 2 Jahren aufgeben. Er erlernte das Tischlerhandwerk in Schnaitheim, wo er die Gesellenprüfung als Klassenbester bestand und sich seitdem "Kunsttischler" nannte. Während der Weltwirtschaftskrise (1929-1932) war Elser arbeitslos und musste sich sein Geld mit Gelegenheitsarbeiten verdienen. Obwohl Elser sich wenig für Politik interessierte, lehnte  er früh die arbeiterfeindliche Politik der Nationalsozialisten ab.1936 arbeitete er in einer Firma in Heidenheim und war dort der Kontrolleur für die Verpackung und die Auslieferung von Zündern, Gewehr- und Geschützmunition. 1938 erkannte Georg Elser nach der Unterzeichnung  des Münchner Abkommens, dass der "unver- meidliche Krieg " bald ausbrechen würde. Er entschloss sich einen Mordanschlag auf Hitler vorzu- bereiten, um durch diese "Tat noch größeres Blutvergießen" zu verhindern. Später gab er bei der Gestapo zu Protokoll: "Irgendjemand musste es ja tun". Am 8. November 1938 hörte Elser, dass Hitler im Münchner Bürgerbräukeller seine alljährliche Gedenkrede anlässlich des Jahrestages des von ihm geführten Putsches 1923 halten wollte. Er war einer der zahllosen Zuschauer, allmählich nahm sein Plan Formen an. Er wollte  einen Sprengkörper in einem Holzpfeiler direkt hinter dem Rednerpult abstellen. Im März 1939 gab er seinen Arbeitsplatz auf.
Am 8. November 1939 sollte es soweit sein. Wochen vorher ließ Elser sich unbemerkt über Nacht in den Bürgerbräukeller einschließen, um alles vorzu- bereiten. Wegen dringender Staatsgeschäfte musste Hitler seine Rede verkürzen und verließ den Bürgerbräukeller früher, um 21.07 Uhr. Die Bombe explodierte um 21.20 Uhr. Hätte Hitler den Keller nur ein paar Minuten später verlassen, wäre er umgekommen. Es wurden 8 Menschen getötet. Elser wurde kurz vor der Schweizer Grenze geschnappt. Es gab außer ihm noch 120 weitere Verdächtige. Nach vier Tagen hatte Elser seine Tat gestanden. Elser kam ins KZ Sachsenhausen als "Sonderhäftling Hitlers". Er genoss lange Zeit eine bevorzugte Behandlung, da das Regime plante, nach Ende des Krieges einen Schauprozess gegen ihn zu führen. 1944 kam Elser ins KZ Dachau. Elser sollte außerdem nach dem Krieg als Kronzeuge gegen den Britischen Geheimdienst aussagen. Als die Aussichten schwanden den Krieg zu gewinnen, wurde Johann Georg Elser am 9. April 1945 auf Befehl von "höchster Stelle" umgebracht.