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Widerstand:
Der 20.Juli 1944
(von Jan Laschus und Janosch Baumann)
Am 20. Juli
1944 war das Attentat auf Hitler. Graf Stauffenberg schaffte
es, eine Bombe ins Hauptquartier "Wolfschanze" in
Ost-Preußen zu schmuggeln.
Leider verfehlte
die Bombe ihren Zweck. Sie tötete ein paar Leute, aber Hitler
war leider weit genug weg, dass er ohne große Schäden davongekommen
ist. Graf Stauffenberg und Haeften schafften es, das Hauptquartier
nach Abriegelung der Polizei durch List zu verlassen, er erreichte
den Flughafen und flog zurück nach Berlin. Nach dem Bombenanschlag
gegen Hitler am 20. Juli 1944 wurde Graf Stauffenberg zusammen
mit den Mitverschwörern im Hof des Berliner Bendlerblockes
erschossen.

Hier zeigt
Hitler am Nachmittag des 20.Juli 1944 seinem Verbündeten Benito
Mussolini die zerstörte Lagerbaracke.
Claus Schenk Graf von Stauffenberg (1907-1944)
Quelle:Internet (Deutsches Historisches Museum in
Berlin) 1907
15. November: Claus Schenk Graf von Stauffenberg wird als Sohn des Oberhofmarschalls
Alfred Stauffenberg und dessen Ehefrau Caroline (geb. Gräfin Üxküll-Gyllenband)
in Jettingen (Bayern) geboren. Zu seinen Vorfahren mütterlicherseits
gehört der Heeresreformer General August Graf Neithardt von Gneisenau
(1760-1831)
Er ist Zeit seines Lebens gläubiger Katholik.
1923
Stauffenberg und sein Bruder Berthold Schenk Graf von Stauffenberg (1905-1944)
werden in den Kreis um Stefan George eingeführt. Stauffenberg verehrt
den Dichter vorbehaltlos bis an sein Lebensende.
1926
1. April: Nach vorzeitiger Ablegung des Abiturs tritt Stauffenberg in das
traditionsreiche 17. Reiterregiment in Bamberg ein.
1927/28
Ausbildung an der Infanterieschule in Dresden.
1932
April: Anläßlich der Reichspräsidentenwahl spricht sich Stauffenberg gegen
Paul von Hindenburg und zugunsten von Adolf Hitler aus.
1933
Mai: Ernennung zum Leutnant. Stauffenberg ist an der militärischen Ausbildung
der Mitglieder der Sturmabteilung (SA) beteiligt und organisiert die Übergabe
illegaler Waffendepots an die Reichswehr.
26. September: Heirat mit Nina Freiin von Lerchenfeld. Aus der Ehe gehen
zwei Töchter und drei Söhne hervor.
1934
Versetzung an die Kavallerieschule Hannover. Die Kavallerie wird zunehmend
zur motorisierten und gepanzerten Truppe ausgebaut.
1936
6. Oktober: Beginn des Studiums an der Kriegsakademie in Berlin-Moabit.
1938
Absolvierung einer Generalstabsausbildung in Berlin.
Beförderung zum Zweiten Generalstabsoffizier unter Generalleutnant Erich
Hoepner (1886-1944).
Stauffenberg und Hoepner nehmen an der Besetzung des tschechischen Sudetenlands
teil.
1939
Mit Beginn des Zweiten Weltkriegs Einsatz als Oberleutnant in einer Panzerdivision
im Polenfeldzug.
Peter Graf Yorck von Wartenburg und Ulrich Graf Schwerin von Schwanenfeld
(1902-1944) bitten Stauffenberg, sich zum Adjutanten Walther von Brauchitschs,
des Oberbefehlshabers des Heeres, ernennen zu lassen, um an einem Umsturzversuch
teilzunehmen. Stauffenberg lehnt ab.
1940
Er nimmt als Generalstabsoffizier an der Westoffensive gegen Frankreich teil.
Berufung in die Organisationsabteilung des Oberkommandos des Heeres.
1941
Dezember: Stauffenberg begrüßt die Vereinheitlichung der Befehlsgewalt des
Oberbefehlshaber des Heeres und des Obersten Befehlshabers der Wehrmacht
in Hitlers Händen.
1942
Angesichts der deutschen Massenmorde an den Juden, Polen, Russen und weiteren
von den Nationalsozialisten stigmatisierten Bevölkerungsgruppen, aber
auch wegen der unsachgemäßen militärischen Führung schließt Stauffenberg
sich dem militärischen Widerstand an.
Er ist sich bewußt, daß die Wehrmacht als eine von der Geheimen Staatspolizei
(Gestapo) und vom Sicherheitsdienst (SD) kaum infiltrierte Organisation über
die nötigen Machtmittel zum Umsturz verfügt. Wie viele andere Militärs auch,
fühlt er sich zunächst durch seinen Treueeid gegenüber Hitler gebunden.
Gemeinsam mit seinem Bruder Berthold und mit den Mitgliedern des Kreisauer
Kreises ist er an den Entwürfen zu Regierungserklärungen für die Zeit
nach dem Umsturz beteiligt. Die Verschwörer legen sich auf die Wiederherstellung
der vor 1933 in der Verfassung garantierten Freiheiten und Rechte fest, lehnen
jedoch die Wiederherstellung der parlamentarischen Demokratie ab.
1943
Stauffenberg wird zur 10. Panzerdivision versetzt, die den Rückzug General
Erwin Rommels in Afrika decken soll. Durch einen Tieffliegerangriff verliert
er ein Auge, die rechte Hand und zwei Finger der linken Hand.
Nach seiner Genesung in Deutschland erarbeitet Stauffenberg gemeinsam mit
General Friedrich Olbricht, Alfred Ritter Mertz von Quirnheim und Henning
von Tresckow den Operationsplan "Walküre". Nach offizieller Lesart
dient der Plan der Niederwerfung innerer Unruhen.
Oktober: Stauffenberg wird zum Stabschef des Allgemeinen Heeresamts in der
Berliner Bendlerstraße ernannt, wodurch er Zugang zu den Lagebesprechungen
in den Führerhauptquartieren erhält. Er untersteht Olbricht, dem Leiter des
Allgemeinen Heeresamts, und baut mit dessen Förderung ein militärisch-oppositionelles
Netz auf. Er koordiniert die Attentatspläne mit Carl-Friedrich Goerdeler
und Ludwig Beck und hält Verbindung zum zivilen Widerstand um Julius Leber,
Wilhelm Leuschner sowie zu den Mitgliedern des Kreisauer Kreises. Die Umsturzpläne
sehen für Stauffenberg den Rang eines Staatssekretärs im Reichskriegsministerium
vor.
1944
Januar: Nach der Verhaftung Helmuth James Graf von Moltke finden keine Treffen
des Kreisauer Kreises mehr statt. Die Mehrheit der Mitglieder stellt
sich Stauffenberg trotz Moltkes bekannter Vorbehalte zur Durchführung
des Attentats zur Verfügung.
1. Juni: Ernennung
Stauffenbergs zum Stabschef des Befehlshabers des Ersatzheers..
5. Juli: Er
erfährt von der Verhaftung Adolf Reichweins und Lebers. Er
entschließt sich nach mehreren mißlungenen Attentatsversuchen
auf Hitler, den Anschlag persönlich auszuführen.
11. Juli:
Da die Verschwörer die gemeinsame Beseitigung Hitlers und seiner
potentiellen Nachfolger Hermann Göring und Heinrich Himmler
planen, unterläßt Stauffenberg auf Hitlers "Berghof" in
Berchtesgaden die Zündung des Sprengstoffs, als er Hitler allein
vorfindet.
15. Juli:
Trotz der erneuten Abwesenheit Görings und Himmlers beabsichtigt
Stauffenberg im Führerhauptquartier "Wolfsschanze" bei
Rastenburg (Ostpreußen, heute: Polen) die Zündung des Sprengstoffs.
Nachdem er sich telefonisch bei Olbricht in Berlin rückversichert
hat, kehrt er zur Besprechung zurück. Hitler hat den Raum jedoch
bereits verlassen. In Berlin kann der von Olbricht ausgelöste "Walküre"-Alarm
als Übung kaschiert werden.
20.
Juli, 1944
ca. 7.00
Uhr: Stauffenberg fliegt gemeinsam mit seinem Adjutanten
Werner von Haeften von Berlin zum Führerhauptquartier "Wolfsschanze".
Ca. 11.30
Uhr: Stauffenberg und Haeften gelingt es nur, einen der
beiden vorgesehenen Sprengsätze scharf zu machen.
Ca. 12.35
Uhr: Stauffenberg betritt den Besprechungsraum. Das Gedränge
verhindert, die Tasche mit dem Sprengstoff unmittelbar
neben Hitler zu deponieren. Stauffenberg stellt sie weiter
entfernt ab und verläßt unter einem Vorwand den Raum.
12.42
Uhr: Die Sprengladung detoniert in dem mit 24 Personen
besetzten Raum. Hitler befindet sich unter den 20 Überlebenden.
Erich Fellgiebel (1886-1944) läßt an die Mitverschwörer
in Berlin weiterleiten: "Es ist etwas Furchtbares
geschehen: der Führer lebt!".
12.50-14.00
Uhr: Fellgiebels nicht eindeutige Nachricht erreicht Olbricht.
Er zögert, den "Walküre"-Alarm auszulösen.
Nach
der Bombenexplosion wird das Führerhauptquartier abgesperrt.
Stauffenberg und Haeften können die Wachmannschaften täuschen
und gelangen zum Flugplatz.
Die beiden
Attentäter starten zum Rückflug nach Berlin. Stauffenberg
ist überzeugt, Hitler getötet zu haben.
Ca. 15.00
Uhr: In Rangsdorf bei Berlin geben sie telefonisch die
Meldung an die Bendlerstraße durch: "Hitler ist tot." Mertz
von Quirnheim überredet den immer noch zögernden Olbricht,
die Staatsstreicheinheiten zu alarmieren.
Ab ca.
16.45 Uhr: Stauffenberg und Haeften treffen in der Bendlerstraße
ein. Der in das Attentat eingeweihte Generaloberst Friedrich
Fromm (1888-1945), Chef der Heeresrüstung und Befehshaber
des Ersatzheeres, verweigert die Zusammenarbeit und wird
festgenommen.
Ca. 17.00
Uhr: Auf Initiative von Hitler und Joseph Goebbels wird
im Rundfunk das Überleben Hitlers gemeldet. Fast gleichzeitig
erhalten die Stabsoffiziere die Fernschreiben mit den Anweisungen
der Verschwörer. Die überwiegende Mehrheit der Offiziere
verhält sich angesichts der widersprüchlichen Meldungen
abwartend.
Ca. 19.00
Uhr: Major Otto-Ernst Remer (1912-1997), Kommandeur des
Wachbataillons in Berlin, wird von Goebbels über das Scheitern
des Anschlags unterrichtet. Remer löst daraufhin die Absperrung
des Regierungsviertels auf und beteiligt sich an der Niederschlagung
des Staatsstreichs.
Ab ca.
22.30 Uhr: Eine Gruppe regierungstreuer Offiziere verhaftet
Stauffenberg und die Mitverschwörer. Fromm ordnet die sofortige
Erschießung wegen Hoch- und Landesverrats an.
20./21.
Juli: In der Nacht wird Claus Schenk Graf von Stauffenberg
gemeinsam mit Werner von Haeften, Albrecht Ritter Merz
von Quirnheim und Friedrich Olbricht im Hof des Bendlerblocks
erschossen. Ludwig Beck wird Gelegenheit zur Selbsttötung
gegeben. Er wird nach einem mißlungenen Selbstmordversuch
ebenfalls erschossen.
21. Juli:
Die Leichen der Erschossenen werden auf einem Friedhof
mit ihren Uniformen und Ehrenzeichen bestattet. Himmler
läßt sie ausgraben und ordnet deren Verbrennung an. Ihre
Asche wird über die Felder verstreut. |