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Widerstand: Beck & Goerdeler

(von Sebastian Möller, Jan Steinacker und Yves Hüttmann)

Auch ranghohe Militärs durchschauten die Pläne Hitlers. Doch sie waren per Eid auf die Person Hitler gebunden. Viele ließen die Idee des Widerstands wieder fallen, doch es gab Männer, die den Pakt mit dem Teufel platzen ließen und sich gegen das NS-Regime auflehnten.

Es gab die liberal-konservativen militärischen Widerständler und die bürgerlich-konservative politische Widerstandsbewegung.

Die Gruppe um Ludwig  Beck versuchte, durch ein Attentat auf Hitler die NS-Herrschaft zu beenden. Beck sollte Staatsoberhaupt werden und so den Krieg beenden. Zuvor versuchte er, die Generäle dazu aufzufordern zurückzutreten. Das scheiterte jedoch, weil die Generäle dazu nicht bereit waren. 

Das bekannteste Attentat auf Hitler fand am 20.Juli 1944 statt. 

Kurzbiografien von 2 herausragenden Mitgliedern dieser Verschwörergruppe:

Ludwig Beck (1880 - 1944)

1880 Ludwig Beck wurde am 29.Juni in Biebrich geboren.

1898 trat Ludwig Beck nach seinem Abitur in die preußische Armee ein.

1899 wurde er zum Leutnant ernannt.

1908-1911 besuchte er die Kriegsakademie in Berlin.

1913  wurde Beck als Hauptmann in den großen Generalstab berufen.

1914-1918  hatte er als Generalstabsoffizier verschiedene Oberkommandos an der Westfront (im I.Weltkrieg).

1916 heiratete Beck Amalie Pagenstecher, die ein Jahr nach der Heirat stirbt.

1918 wurde Beck zum Major befördert.

1919 trat Beck in die Reichswehr ein, wo er später zum General aufstieg.

1933  wurde Beck der Chef des Truppenamts im Reichwehrministerium.

1935  wurde Beck

1937 kritisierte Beck den Plan Adolf Hittlers, die Tschechoslowakei schnellstmöglich anzugreifen. Er stimmte der Besetzung zu, aber nicht vor 1940.

1939-1944 engagierte Beck sich zusammen mit Carl Friedrich Goerdeler im Widerstand.

1944 wurde er in Berlin von der Wehrmacht festgesetzt und gefangengenomen (im Zusammenhang mit dem Attentat am 20.Juli). Beck hatte den Anschlag von Graf Stauffenberg auf Hitler maßgeblich vorbereitet.

Nach dem Scheitern des Anschlags forderte ihn General Friedrich Fromm am Abend des 20. Juli 1944 im Berliner Bendlerblock auf, Selbstmord zu begehen. Als dieser Versuch misslang, wurde der schwerverletzte Beck von einem Feldwebel erschossen.

Einer der Mitverschwörer war Goerdeler.

Carl Friedrich Goerdeler (1884-1945)

Carl Friedrich Goerdeler wurde am 31. Juli 1884 als Sohn von Julius Goerdeler und seiner Frau Adelheit Goerdeler in Schneidemühl geboren. Sein Vater war Amtsrichter und seine Mutter Hausfrau. 1911 schloss Goerdeler sein Jura- Studium in Tübingen ab und heiratete die Arzttochter Anneliese Ulrich, mit der er fünf Kinder hatte. 1912 wurde er der erste Abgeordnete in der Kommunalverwaltung in Solingen. Im ersten Weltkrieg war er als Verwaltungsexperte in Weißrussland stationiert. 1920 wurde er zum zweiten Bürgermeister von Königsberg gewählt.

Er trat in die Deutschnationale Volkspartei (DNVP) ein. 1930 wurde er zum Oberbürgermeister von Leipzig gewählt. 1931/1932 bekam Goerdeler das Amt eines Reichskommissars. Auch nachdem er den Beitritt in die NSDAP abgelehnt hatte, blieb er Bürgermeister in Leipzig. 1934 wurde er erneut zum Reichskommissar berufen. Wegen Kritik an der Wirtschaftspolitik wurde er 1935 von Adolf Hitler als Reichkommissar entlassen.

Als 1937 das Denkmal des Jüdischen Komponisten Felix Mendelssohn Bartholdy (1809-1847) entfernt wurde, trat er trotz seiner Wiederwahl zum Bürgermeister von Leipzig aus Protest zurück.

1938-1939 unternahm Goerdeler viele Auslandsreisen, in denen er versucht, auf den gefährlichen außen- politischen Kurs des Deutschen Reiches hinzuweisen.

Als er 1939 nach Deutschland zurückkehrte, wurde er zusammen mit Ludwig Beck zu den führenden Vertretern des konservativen Widerstandes gegen Hitler.

1940 beteiligte Goerdeler sich an einem Staatsstreich zur Ausschaltung Hitlers.

Außerdem warnte er davor, dass trotz des Sieges über Frankreich das Deutsche Reich nicht länger so bestehen könnte.Mit Flugblättern und Denkschriften versuchte Goerdeler 1943, eine Verständigung mit den Westmächten herbeizuführen. Dazu nutzte er seine Kontakte ins Ausland, wo er hoffte Unterstützung für den Putsch gegen Hitler zu finden.

Zusammen mit Generalmajor Henning von Treskow und Ludwig Beck entwarf er 1944 einen Plan über eine neue Regierung nach dem Sturz Hitlers. Goerdeler war als Regierungschef vorgesehen. Da er vor der Verhaftung durch die Gestapo gewarnt wurde, floh er nach Westpreußen. - Am 12. August wurde er jedoch in einem Gasthof in Ostpreußen erkannt und festgenommen.

Am 8. September wurde Goerdeler vom Volksgerichtshof zum Tode verurteilt und am 2. Februar 1945 in Berlin Plötzensee hingerichtet.